ROBERT SCHUMANN

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Stradivari Quartett
Die drei Streichquartette

"Endlich!" war ein viel gehörter Ausruf an diesem frühlingshaften Märzabend in Aarau. "Endlich geht sie los, die Sonaare-Saison 2017!"

Und der Start zu dieser abwechslungsreichen monatlichen Entdeckungsreise durch musikalische Gefielde wartete gleich mit einem doppelten Paukenschlag auf: Zum einen war da der neue Ort. Da der Golttikeller dem Ansturm der Entdecker nicht mehr gewachsen war und zudem die Mietpreise erhöhte, mussten sich die Reiseleiter von Sonaare selbst auf Wanderschaft begeben und wurden in der Pauluskirche gleich beim Bahnhof Aarau fündig. "Ein Glückstreffer!", hörte man denn auch oft, nachdem das treue Sonaare-Publikum und auch viele Erstbesucher zahlreich in den ansprechend und mit viel Holz ausgestalteten Raum traten und sich von der guten, warmen Akustik überzeugen konnten.

Und der zweite Paukenschlag zur Saisoneröffnung war sodann das Stradivari Quartett, das mit seiner Virtuosität, seinem musikalischen Gespür und auch seinem charmanten Humor den neuen Konzertraum und das Publikum im Nu zu erfüllen vermochten. Das international erfolgreiche Streichquartett mit Xiaoming Wang (Violone 1), Sebastian Bohren (Violine 2), Lech Antonio Uszynsky (Viola) und Maja Weber (Violoncello) begeisterte mit Robert Schumanns Streichquartetten Nr. 2 und Nr. 3, welche von den jungen Künstlern auf ihren alten, prachtvollen Originalen des Meisters Stradivari (Aurea, King Henry, Gibson und "Bonamy Dobree-Suggia") gekonnt und leicht dargeboten wurden. Und als der Applaus einmal mehr nicht enden wollte, gabs noch das Scherzo aus Schumanns Streichquartett Nr. 1 zur heiteren Zugabe. So ward neben "Endlich!" und "Ein Glückstreffer!" schliesslich auch "Meisterhaft!" ein oft gerauntes Wort an diesem Abend. (sl)

LA SERVA PADRONA

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Wiener Wohnzimmeroper
Oper zum Angreifen

Nachdem der Golattikeller vor zwei Wochen in einen Jazzkeller verwandelt wurde, war heuer zum Abschluss der Saison 2016 die Theatersparte an der Reihe. Direkt aus Wien beglückten die Sopranistin Teresa Sophie Puhrer (Serpina), der Bariton Alexander Puhrer (Uberto) und die Schauspielerin Verena Leitner (Vespina) das verzückte Publikum. Dies mit dem als Wohnzimmeroper inszenierten und hervorragend gesungenem und gespielten Singspiel "La serva padrona" von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736). Musikalisch passend untermalt wurde das witzige und für seine Zeit gewagt emanzipierte Stück von den Instrumentalisten Matthias Steiner (Violine), Silvia Meier (Violoncello) und Christina Kunz (Cembalo). Die drei Musiker waren es auch, die das Publikum vor der Wohnzimmeroper mit Pergolesis Violinkonzert so richtig in Stimmung brachten. Es war wiederum ein gelungener Abend im gefüllten Golattikeller, der auch für die Saison 2017 nur das Beste verspricht. (sl)

PETITE FLEUR

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STREEO
Bekannte Melodien für dich und mich

Während den Sommerferien ist in Aarau bekanntlich ja kaum etwas los, dafür gibt es im Golattikeller manch einen musikalischn Leckerbissen zu entdecken. An diesem schwülwarmen Abend war es das Trio Streeo (Street meets Trio), welches den vollen und entsprechend warmen Golattikeller mit Spielwitz und lustigen Anekdoten zu erheitern vermochte. Lukas Roos (Klarinette/Bassklarinette), Manuel Pasquinelli (bewegliche Perkussion) und Andrey Tatarinets (Kontrabass) beeindruckten mit feinfühlig interpretierten und jazzig arrangierten Klassikern von "What a wonderful World" bis "Pipi Langstrumpf" das zumeist klassische Musik gewohnte Publikum. Dieses fühlte ob dieser Vielfalt an bekannten Melodien aus Swing, Tango, Bossa Nova, Blues und Jazz manch eine schöne oder auch besinnliche Erinnerung in sich hochkeimen und klatschte fleissig Zwischenbeifall, ganz nach Jazz-Manier. Und so wurde aus dem Golattikeller nebst dem besten Klassik-Keller Aaraus für einmal auch der beste Jazz-Keller Aaraus. (sl)

CCLXXV

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Esterházy Ensemble
Zum 275. Geburtstag von Luigi Tomasini

Am 15. Juli war das Wiener Esterházy Ensemble zu Gast in Aarau. Wieder war der Golattikeller bis auf den letzten Platz besetzt und interessiert lauschte das Publikum der seltenen Instrumentenkombination von Viola, Barockcello und Bariton. Das Baryton ist verwandt mit der Viola da Gamba, hat 6-7 Spielsaiten und 9-28 Resonanzsaiten, sowie jenes von Michael Brüssing einen wunderschön geschnitzten Kopf. Ob im Duo oder im Trio, die heitere Musik von J. Haydn, L. Tomasini und  C. Fr. Abel, virtuos und kammermusikalisch wunderbar aufeinander eingespielt, beeindruckte und begeisterte das Publikum. Michael Brüssing - Baryton // András Bolyki  - Viola // Mária Andrásfálvy Brüssing  - Violoncello ergänzten das Programm mit witzigen und interessanten Anekdoten aus der Zeit des Fürsten Nikolaus Esterházy. (dr)

APPENZELLER-ABEND

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Alderbuebe
Beschwingte und fröhliche Volksmusik aus dem Appenzellerland

An diesem lauschigen Sommerabend lud Sonaare zum zweijährlichen Volksmusikmusikabend ins Restaurant Roggenhausen ein. Und dieses Jahr waren die Appenzeller dran, sowohl für den Gaumen als auch für die Ohren. Nachdem die Terrasse vom Restaurant bis auf den letzten Platz gefüllt war und schon die ersten vorzüglichen Chäs-Hörnli mit Apfelmus, Chäs-Schoppe mit Salat oder Chäs-Flade mit Salat serviert wurden, ertönten bereits die ersten volksmusikalischen Leckerbissen aus dem Appenzellerland. Die Alder Buebe fanden den Weg vom schönen Ausserrhoden ins Rüebliland und begeisterten mit Hackbrett/Klavier (Walter Alder), Violine (Michael Bösch), Akkordeon (Roman Hersche) und Kontrabass (Köbi Schiess) das Publikum. Und nachdem zu einem schönen Zäuerli auch noch die Taler geschwungen wurden, fanden sich die ersten Paare auf der engen Terrasse zu einem Tänzlein ein. So verging der warme Abend mit Appenzeller Volksmusik und anderen beschwingten Stücken wie „Czardas“ und „Heinzelmännchens Wachtparade“ wie im Fluge und glücklich und wohlgenährt kehrten die Besucher von Roggenhausen nach Hause zurück. (sl)